Marktupdate Nr. 1- US-Aktien, US-Anleihen und Nikkei-Trade

Liebe Leser,

einige Zeit ist seit dem letzten Blog-Beitrag vergangen und Sie fragen sich bestimmt, ob der Typ das Trading nach dem Trump-Debakel aufgegeben hat? Natürlich nicht. Im Grunde genommen verlief für mich einiges im Sinne der beiden letzten Trades enttäuschend, jedoch kaum verlustreich und darauf kommt es an, wenn man mit einem Hebel unterwegs ist. Wer keinen Hebel einsetzt, ist in solch einem unsicheren Umfeld klar im Vorteil. Was die Richtung an den Märkten angeht, so habe ich einige Male in diesem Jahr die richtigen Denkanstöße gegeben. Gold, US-Aktien sowie US-Anleihen. Zugegeben, in diesem Jahr war es nicht besonders schwer das richtige zu treffen, denn so gut wie alles stieg, abgesehen von dem Aktienmarkt-Crash zu Beginn des Jahres.

Dennoch, bis auf Gold, tendieren die Märkte aktuell, in die von mir prognostizierte Richtung. Interessant ist vor allem, dass seit dem krassen US-Anleihen Verfall plötzlich alle von einer Trendwende, einem neuen möglichen Zyklus bei Anleiherenditen sprechen. Wer meine Beiträge regelmäßig liest, sollte sich daran erinnern, dass ich auf diese Möglichkeit bereits vor ein Paar Monaten über eine Verlinkung zu einer Analyse von Wellenreiter-Invest hingewiesen habe. Das soll natürlich nicht heißen, dass wir jetzt eine echte Trendwende haben, allerdings ist es ein gutes Beispiel dafür, dass der Großteil der Medien nur auf das reagieren kann, was gerade passiert.

Mich wundert es daher kaum, dass Medien für ihre Berichterstattung der US-Wahlen von allen Seiten auf den Deckel bekommen. Dabei sind die Medien nicht per se schuld oder schlecht in der Berichterstattung. Ich persönlich denke, es hapert einfach oft an Kapazitäten um über alles und jeden berichten zu können, der mit dem Thema im Zusammenhang steht. Wobei im Falle mancher Verlage das dann doch fraglich ist. Wenn ich z.B. sehe wie das Handelsblatt sich vor jedem Event (London, Washington D.C.) mit einem zig-Mann/Frau- starken Team vor Ort brüstet, dann stellt sich für mich die Frage, ob man ein paar von den Reportern auch nicht hätte aufs Land schicken können, zu den Leuten, die Trump tatsächlich gewählt haben?

US-Aktien

Wie geht also nun weiter an den Märkten? Sehe ich Entwicklungen genauso voranschreiten wie vor Trump? Also US-Aktien weiter hoch, US-Anleihen weiter runter? Ich muss ehrlich sein, aktuell sind mir die US-Aktien-Märkte einen Tick zu euphorisch. Das bullishe Sentiment steigt wieder seit Langem deutlich und das ist kein so gutes Zeichen für Aktien, zumal der US-Dollar als hauptsächlicher Belastungsfaktor der letzten beiden Jahre wieder mit voller Breitseite da ist. Ja, der US-Dollar- Einfluß ist geringer geworden und belastet hauptsächlich die Big Player, deshalb sind Nebenwerte am heiss laufen und Technologie-Werte eher schwach auf der Brust.

Zusätzlich sind Nebenwerte aufgrund der geplanten Maßnahmen zur Förderung der heimisch tätigen US-Unternehmen interessanter geworden. Ich halte es durchaus für sinnvoll, hier etwas Stockpicking zu betreiben und auf Einzelwerte zu setzen. In der Betrachtung des Gesamtmarktes, bleibe ich allerdings skeptisch, denn ich habe den Eindruck, hier werden nun vehement Positionen aufgebaut, um bloß nicht zu spät zu sein. Jedoch, was passiert, wenn nun die ersten ungeduldigen eingestiegen sind? Richtig, der Markt korrigiert, weil keiner mehr da ist und eröffnet somit neue Chancen für die geduldigen. Ich hoffe in diesem Fall zu den letzteren zu gehören. Kann sein, dass ich Pech habe.

Vielleicht haben Sie schon bemerkt, dass das Chart der Woche bereits seit einigen Wochen unverändert ist. Es handelt sich dabei um den japanischen Nikkei225 Index. Ich habe das Chart bewusst nicht verändert, damit Sie sehen, dass man auf der Webseite Trading-Ideen auch außerhalb der Beiträge bekommen kann. Im Nikkei habe ich im Gegensatz zur US-Wahl eindeutig korrekt und schnell reagiert, wie es zum gegebenen Zeitpunkt aussieht, indem ich eine Long-Position aufgebaut habe. Der Einstiegskurs lag bei 17617 Pkt.  Meiner Meinung nach sprechen, neben dem wieder fallenden japanischen Yen, einige andere Faktoren für zumindest kurz-bis mittelfristig steigende Aktienkurse in Japan. Die alle aufzuzählen, würde allerdings den Rahmen des Beitrages sprengen. Einen interessanten Beitrag dazu hat auch Lars von Investorsinside veröffentlicht: Japan probt den Ausbruch

US-Anleihen

Komme ich zurück zu den Märkten und zwar zu den US-Anleihemärkten und meinen Erwartungen daran. Wenn ich revidiere, warum ich diese zuvor shorten wollte, dann war ein Faktor darunter die Entscheidung der EZB und die Bank of Japan. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die EZB bald wieder extrem lockere Maßnahmen auffährt, was dazu führen würde, dass die Renditen für Anleihen in der EU weiterhin auf niedrigem Niveau verbleiben. Das wiederum dürfte auch US-Anleiherenditen beim Anstieg früher oder später bremsen.

Dennoch, Erwartungen an weitere Maßnahmen scheinen sich aktuell trotzdem weitestgehend zu manifestieren. Daher fallen die Renditen für kurzfristige Anleihen aus Deutschland und der Spread zwischen deutschen und US-Anleiherenditen weitet sich immer weiter aus. Wie die EZB tatsächlich verfährt, steht in den Sternen. Sollte sie jedoch alle Register ziehen und die Geldpolitik weiter lockern, so könnte dieser Einfluß letztendlich auch den neuen möglichen, oben genannten nach oben gerichteten Zyklus bei den Anleiherenditen vorerst bremsen. „Vorerst“ schreibe ich bewusst, denn unendlich kann und wird die EZB nicht feuern, es sei denn die EU-Krise bricht wieder aus oder Trump fährt die Weltwirtschaft an die Wand. Wer also eher langfristig denkt, der hätte meiner Meinung nach viele Gründe um davon auszugehen, dass die Zinsen in den nächsten zehn Jahren weiter steigen werden.

Lange Rede kurzer Sinn, könnte der aktuelle steigende Trend bei den US-Anleiherenditen vorerst weiter gehen, weil der US-Markt mit den Erwartungen an eine höhere Inflation den größten Einfluß hat. Jedoch nicht über das zyklische letzte Hoch im 30-jährigen Abwärtstrend hinaus, solange die EZB und die Bank of Japan nicht mitziehen. Das alles versteht sich unter Berücksichtigung der aktuellen Marktlage, die sich bekanntlich sehr rasch verändern kann. Nehmen wir z.B. an, Trump ändert seine Meinung bezüglich einiger Maßnahmen, was dann? Im zweiten Teil des Marktupates gehe ich auf Rohstoffe, vorrangig Gold und Öl ein, sowie den EURUSD-Kurs.

Damit viel Erfolg!

David Iusow

Crash US-Anleihen

US-Anleihen Crash- verpatzte Chance mit Hebelwirkung?

Lieber Leser,

wie ersichtlich hat die Unsicherheit an den Märkten nicht lange angedauert. Der S&P 500 vollzieht eine der stärksten Intraday-Aufwärtsbewegungen in diesem Jahr. Noch erstaunlicher ist jedoch die Kursentwicklung bei den Anleihekursen. Der T-Note Future fällt und fällt und erreicht somit binnen zweier Tage, die untere technische Begrenzung des Trendkanals, siehe Chart auf Basis von Tageskerzen.

T-Note Future Chartanalyse

Das ist bitter, vor allem, weil sich meine vorher geschlossene Position, nun mächtig im Plus befinden würde, zumal per CFD für Short-Positionen im besagten Instrument auch keine Swap- oder Finanzierungsgebühren anfallen. Man kann die Position also gehebelt in Short-Richtung handeln und diese bis zum Auslaufen des Kontraktes ohne zusätzliche Gebühren halten.

ABER, und das ist nun bewusst ganz groß geschrieben, ist gerade der Hebel derjenige, der einen dazu verleiten sollte, vorsichtig an den Märkten zu agieren. Denn die Aussage „Leverage Kills“ ist hundertprozentig wahr und hat schon manch einem Vermögensverwalter mit Nobel-Preis-Charakter den Totalverlust beschert, Stichwort Long Term Capital Management.

Leider ist aber auch gerade diese Vorsicht oft dafür verantwortlich, dass man Chancen nicht voll umfänglich ausschöpfen kann. So auch in diesem Fall. Wäre meine Position nämlich kaum bis gar nicht gehebelt, würde ich mir zweimal überlegen, diese im Rahmen der Wahlen zu schließen. Daher auch mein Hinweis bei der Vorstellung des Shorts auf zwei weitere Produkte, lesen Sie hier.

Wenn ich also mein Trading beschreibe, heisst das nicht, dass es keine andere Möglichkeit gibt, diese Märkte zu handeln. Das Blog soll vordergründig dazu da sein, um Anregungen und keine konkreten Anleitungen für den Handel zu geben. Mehr noch, würde ich sogar empfehlen es anders bzw. mit anderen Produkten zu tun, als ich es sonst mache.

Denn, das wichtigste, was ich im Trading gelernt habe gilt, aus meiner Sicht, nach wie vor: Eine Anpassung eines Parameters verändert unausweichlich auch andere Parameter. Handeln Sie mit Hebel, müssen Sie das Risiko durch Rein-Raus Methoden verringern, vorausgesetzt ihr Kapital erlaubt es nicht anders. Handeln Sie ungehebelt, bleibt am Ende, bezogen auf das eingesetzte Kapital weniger Rendite. So oder so, müssen Sie selbst entscheiden, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen und wie Sie das Risiko am besten verringern möchten.

Alle wissen es nun besser

Kaum ist Trump Präsident, schon lese ich überall, wieso „The Donald“ nun so viel besser als Clinton zu sein scheint und das Erstaunliche dabei ist: Jetzt wo die Märkte das bestätigen, wollen das auch noch alle bereits vorher gewusst haben. Das hat auf mich fast schon heuchlerischen Charakter. Denn, natürlich kann es sein, dass man Trump aus verschiedenen Gründen befürwortet, die US-Bürger haben es schließlich auch getan.

Wo waren all diese Befürworter vorher? Mir sind einige bekannt, die den Sieg Trumps gesehen haben, doch nur sehr wenige, die die aktuelle Marktreaktion hatten einigermaßen prognostizieren können. Warum eigentlich? Pläne eines möglichen Präsidenten Trump, waren doch auch vorher schon bekannt. Es traut sich aber nun mal kaum jemand seine eigene Tendenz vorher preis zu geben. Und schon gar nicht die Medien.

In Anlehnung dazu möchte an den vorletzten Beitrag noch mal erinnern, wo ich auf die Aussagen mehrerer Investment-Banken eingegangen bin, die sich zu den aktuell steigenden Renditen geäußert hatten, nur dass sie anscheinend die aktuelle Entwicklung entweder kaum auf dem Schirm hatten oder es zumindest die Medien nicht wissen lassen wollten.

Wer also seine Informationen ausschließlich durch die breiten Medien bezieht, sollte immer vorsichtig sein. Wo waren eigentlich all die Vermögensverwalter, die nun auf einmal so stark frequentiert interviewt werden, vorher? Anscheinend gab es viele, die eine steigende Inflation und damit Zinsen gesehen haben und damit, schaut man sich die Reaktion bei den Anleihen an, womöglich nicht Unrecht hatten.

Die treffendste und pragmatischste Analyse zu den Aktienmärkten (S&P 500), habe ich bisher nur von Robert Rethfeld (Wellenreiter-Invest) und einigen anderen Research-Häusern aus Übersee gelesen. Und dabei sagen die Analysen nichts anderes aus, als dass, historisch betrachtet, ein Aktienmarkt-Crash eher unwahrscheinlich erscheint, selbst wenn Trump gewinnt.

Viel Erfolg!

David Iusow

CHART DER WOCHE (klick mich)

USD-Index Chartanalyse

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