Tipps für den erfolgreichen Börsenhandel

Tipps für den erfolgreichen Börsenhandel (2)- Der größte Denkfehler

Lieber Leser,

im ersten Beitrag Tipps für den erfolgreichen Börsenhandel, ging ich auf drei Dinge ein, die man beherzigen sollte, wenn einem sein Kapital und die Zeit lieb sind. Zum einen habe ich Ihnen davon abgeraten sich mit dem Daytrading zu beschäftigen. Erstens ist das ein Full-Time Job und zweitens, aus der emotionalen Warte heraus, kaum empfehlenswert. Erfahrene Day-Trader machen in der Regel nur deshalb so einen gelassenen Eindruck, weil sie es seit vielen Jahren betreiben aber ganz bestimmt nicht deshalb, weil es so simpel und stressfrei ist. Weiterhin habe ich Ihnen Tipps gegeben, wie sie emotionale Kälte entwickeln können gegenüber Performance-Angaben, nach dem Motto: xx.xx.xx. +435 Pips/€, xx.xx.xx. +350 Pips/€ usw. Darüber hinaus sollten Sie sich wie bei allen Dingen, die Ihnen neu sind, Zeit nehmen, um zu lernen.

Der größte Denkfehler im Börsenhandel

Ursprünglich wollte ich im zweiten Teil von „Tipps für den erfolgreichen Börsenhandel“, etwas tiefer in die Materie eintauchen. Doch ich denke, man sollte zunächst einige Mythen und Denkfehler, die zum Börsenhandel verbreitet werden, ausräumen. Und mit Denkfehler meine ich nicht, dass Aussagen zum Börsenhandel generell falsch sind. Mir fällt nur auf, dass viele Aussagen zu Fehlinterpretation führen. Eine davon habe ich bereits erwähnt. Das ist die weit verbreitete Aussage „keep it simple and smart“.

Diese Aussage ist zwar nicht falsch, doch sie richtig anwenden schaffen in der Regel nur erfahrene Anleger und Börsenhändler, weil sie ihre Strategie auf das Wesentliche reduzieren können. Können Sie das, ohne zu wissen, was das Wesentliche ist? Ich glaube kaum und selbst wenn Ihnen jemand erzählen möchte, welche die wesentlichen Faktoren sind, werden Sie um einen Selbstversuch nicht umhin kommen. Zumal nicht alle wesentlichen Faktoren sind allgemein gültig, vor allem nicht, wenn es um emotionale Dinge wie beispielsweise Risikoaversion geht.

Die technische Preisanalyse ist allen anderen Informationen überlegen

Einer der größten Denkfehler ist es anzunehmen, dass die technische Preisanalyse als Information, allen anderen Informationen überlegen ist. An dieser Stelle noch mal der Hinweis: Ich stelle die technische Preisanalyse nicht in Frage. Ich nutze sie selbst und sie ist ein wichtiges Entscheidungskriterium für mich. Ich sehe sie aber als das an, was sie ist. Nämlich eine Information unter vielen anderen.

Der Denkfehler dabei ist anzunehmen, dass der Preis die Zukunft um Längen besser vorhersagen kann als es beispielsweise eine andere Information tut. Das kann er nicht, denn der Preis, den wir sehen, ist Vergangenheit, genauso wie jede andere Information auch. Im Grunde genommen ist der Preis ein Indikator. Er ist der beste kurzfristige Indikator, den man haben kann, nicht mehr und nicht weniger. Der Vorteil dieses Indikators ist, dass er Informationen sehr schnell verarbeitet und wir das sofort sehen. Daraus können wir erfahrungsgemäß schlussfolgern, wie der Preis „wahrscheinlich“ auf ähnliche Informationen in der Zukunft kurzfristig reagieren wird.

Warum sich jedoch alle auf die technische Preisanalyse stürzen, ist so simpel wie einleuchtend. Der Börsenhandel ist für viele abstrakt. Obwohl die Börse nichts anderes als ein Marktplatz ist, können sich das viele bildlich nicht vorstellen. Von den existierenden Börsenprodukten ganz mal abgesehen. Die graphische Darstellung des Preises (und generell alles graphische), macht es dem Anleger leichter einen Bezug zur Börse aufzubauen und das Wörtchen simpel spielt dabei in der Regel eine ganz große Rolle.

Doch was ist simpel? Simpel ist anscheinend alles, was die technische Preisanalyse anbetrifft, aber bloß nicht die fundamentale Analyse. So zumindest die gängige Annahme. Die gesamte Analyse wird dann gern auf die Markttechnik reduziert mit dem Vorwand, dass alle anderen Informationen entweder vom Preis bereits verarbeitet worden sind oder man deren Auswirkungen auf den Preis überhaupt nicht beurteilen kann.

Und hier liegt, meiner Meinung nach, der Hund begraben. Ich kann mir entweder jahrelang den Preis anschauen und versuchen zu lernen die technischen Muster zu lesen und meine Wahrscheinlichkeiten daraus ableiten. Verbunden mit gutem Risiko-Management, kann man damit Erfolg haben. Keine Frage. Ich kann aber genauso gut auch andere Informationen lernen zu verstehen, deren Auswirkungen auf die Preise beobachten und diese Strategie mit adäquatem Risiko-Management verbinden. Warum also zum Teufel, sollte man dabei nicht an das selbe Ziel gelangen?

Fazit

Wie sie unschwer erkennen sollten, ging es mir nicht darum die technische Preisanalyse generell in Frage zu stellen. Ich will Sie nur dafür sensibilisieren, dass es immer zwei Seiten der Medaille gibt, die für uns und besonders für den Anfänger auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Ein Beispiel für die zwei Seiten? Gerne. Wenn Sie langfristig anlegen, dann wird Ihnen jeder dazu raten zu diversifizieren, was vollkommen richtig ist. Denn auf diese Weise verringern Sie ihr Risiko für Verluste. Keiner wird Ihnen im langfristigen Anlegen eine Stop-Loss-Order oder dergleichen empfehlen.

Hingegen wird man Ihnen im Trading in der Regel zur engen Absicherung raten. Auch das dient der Risikominimierung, da Trader meist nur wenige Positionen aufbauen. Das führt dazu, dass Verluste entstehen, die über eine erhöhte Tradingfrequenz wieder ausgeglichen werden müssen. Beide Anlage- bzw. Handelsstrategien haben ihre Berechtigung, sie führen allerdings unweigerlich dazu, dass verschiedene Mittel aufgewendet werden müssen, um das Verlustrisiko auszugleichen. Überall dort, wo sie etwas vereinfachen, wird es also an anderer Stelle angepasst werden müssen. Das ist Logik.

Die technische Preisanalyse bietet uns viele Vorteile. Sie ermöglicht es zu erkennen, wie der Markt auf Ereignisse reagiert. Was ihre Prognosefähigkeiten angeht, vor allem im mittel-bis langfristigen Bereich, ist sie anderen Informationen nicht überlegen. Das ist ein weit verbreiteter Denkfehler, der alleine schon aufgrund der Tatsache, dass der Preis Vergangenheit ist, nicht wahr sein kann oder nur dann, wenn man andere Informationen nicht versteht bzw. sie nicht auf das Preisverhalten übertragen kann. Das ist aber letztendlich eine Sache der Kenntnisse und der Erfahrungen.

Viel Erfolg!

David Iusow

Trump vs. Clinton TV-Debatte

Trump vs. Clinton TV-Debatte

Lieber Leser,

die erste TV-Debatte zwischen Donald Trump und Hillary Clinton hat nun offiziell stattgefunden. Hier können Sie sich den, meiner Meinung nach, sehr unterhaltsamen Schlagabtausch ansehen oder einfach auf der Startseite ganz unten in der Videosektion. Clinton hat sich einigen Berichten zufolge das gesamte Wochenende darauf vorbereitet, indem sie mehrere hundert Seiten lange Booklets gelesen hat. Trump hingegen hat Cheesecakes gegessen.

In den USA selbst, wurde die Trump vs. Clinton TV-Debatte als das Jahrhundert-Event bezeichnet. Die US-Amerikaner sind jedoch nicht gerade für ihre mediale Zurückhaltung bekannt. Worin man sich aber durchaus einig sein kann ist der Umstand, dass für Clinton deutlich mehr auf dem Spiel stand als für Trump. Von Clinton wird als gestandene Politikerin mehr erwartet. Die Debatte machte für mich noch einmal deutlich: Clinton ist das Sprachrohr der Eliten, Trump versucht sich zumindest als das Sprachrohr der einfachen Leute.

Strategisch, würde ich persönlich daher sagen, dass Trump so einiges richtig gemacht hat. Dass seine Argumentationen oft nicht mit denen von Clinton mithalten konnten, ist gar nicht das Thema. Das ist nichts Neues. Trump muss man dabei zugute halten, dass er beständig bei seiner Linie bleibt. Ihm ist bewusst, dass er auf diese Weise die größten Chancen hat, auch wenn diese nach der TV-Debatte, an der Marktreaktion gemessen, geringer geworden sind.

Beide machten auf mich den Eindruck der perfekten Gegensätzlichkeiten, was so eine Debatte um so interessanter macht. Doch eins wird mir dabei immer mehr und mehr klar. Sollte Trump wirklich Präsident werden, wovon ich bisher nicht ausgehe, dann werden die Marktverwerfungen um einiges stärker ausfallen, als man aktuell noch erwartet. Zum einen, wie auch ich selbst, gehen nur wenige davon aus, dass Trump gewinnen wird. Alleine dieser Umstand wird zur erhöhten Volatilität beitragen, sollte es doch anders kommen.

Aber, was aus meiner Sicht noch wichtiger ist. Erwartungen an konjunkturelle und geldpolitische Veränderungen, und das sind letztendlich diejenigen, die die weltweiten Kapitalströme bestimmen, werden schlagartig durcheinander geworfen. Ob Trump all seine Vorschläge auch so konsequent umsetzt oder nicht, wird erst einmal vollkommen uninteressant bleiben. Fakt ist, dass der Markt das aktuell kaum eingepreist hat.

Viel Erfolg!

David Iusow

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